Zusammenzug Leserbriefe
- Senslerbad
- 8. Juni
- 5 Min. Lesezeit
Zur Abstimmung vom 14. Juni über das Senslerbad sind bei der FN zahlreiche Leserbriefe eingegangen. Nachfolgend veröffentlichen wir einen kurzen Zusammenzug von Stimmen, die das Projekt unterstützen.
"Das Seislermäss-Feeling nicht vergessen"
Die Seislermäss war vor über einem Jahr ein tolles Fest. Alle Regionalpolitiker betonten die Einzigartigkeit des Gemeinsinns unserer Seislerlütt. Jetzt ist konkrete Solidarität jenseits der Sonntagsreden gefragt: In Plaffeien, angeblich weit ab vom Schuss und schlecht erschlossen, soll ein Seislerbad gebaut werden.
Die Plaffeierinnen und Plaffeier, schon lange mit Steuerfüssen deutlich über 90 Rappen gesegnet, haben an einer Gemeindeversammlung grünes Licht gegeben. Sie tragen die Hauptfinanzlast des Bads.
Das Konzept überzeugt. Es ist mit der vorgesehenen Mantelnutzung visionär. Die Planer können nicht schlechter rechnen als die Gegner, auch wenn das an der Diskussion in Tafers den Initianten triefend vor Selbstherrlichkeit unterstellt wurde.
Die Überlegungen zur Zustimmung gehen über den eigenen Geldbeutel hinaus. Es gibt kaum eine grössere Region ohne eigenes Bad. Schulen weichen für ein paar wenige Lektionen auf Mittagszeiten und in andere Bezirke aus; die Vorgaben des Lehrplans 21 können nicht umgesetzt werden. Das wissen auch die Gegner – und behaupten das Gegenteil.
Touristen in der Region vermissen eine sinnvolle Schlechtwetterbeschäftigung. Ein Bad gegen eine Sesselbahn auszuspielen, zeugt nicht von Weitsicht und Sachkompetenz. Älteren Semestern in der Region entgeht eine gesunde Betätigung. Junge Sportler und Sportlerinnen finden in der Nähe eine geeignete Trainingsmöglichkeit, Jugendliche einen Treffpunkt.
Das Seislerbad in Plaffeien ist ein Gewinn für die ganze Region.
Anton Schwartz, Plaffeien
Birgt ein Nein zum Schwimmbad die Gefahr zur Zweiklassengesellschaft?
In den 70er-Jahren waren Turnhalle und sportliche Infrastruktur in vielen Gemeinden des Oberen Sensebezirks noch ein Fremdwort. Seit 1974 gibt es in Düdingen ein Schwimmbad und alle Schulkinder können Schwimmen lernen. Heute stehen wir vor
der Entscheidung Ja oder Nein zu einem Schwimmbad in Plaffeien. Ich hoffe, dass allen bewusst ist, dass ein Nein ein grosser Rückschritt für eine ganze Generation
sein wird. Ein Nein bedeutet ein Ja zu einer Zweiklassengesellschaft im 21. Jahrhundert.
Ich respektiere jede andere Meinung, doch wurden bisher nur Kosten und Aufwände thematisiert, ja so leichtfertig wurde auch dargestellt, dass man sich
bei anderen - die glücklicherweise die nötige Infrastruktur haben - bedienen könne. Das ist wohl eine sehr billige Einstellung. Was sind Vergleiche wert, die nur darauf abzielen alles negativ darzustellen – sollte nicht vielmehr das Positive und
Weitblickende eine Meinung bestimmen? Soll eine Abstimmung nur von eigenen Vorteilsgedanken und Polemik bestimmt werden? Das ist wohl eine düstere
Voraussetzung für jedes zukünftige Projekt, egal in welchem Bezirksteil geplant.
Hat bereits jemand erwähnt, dass ein Neubau auch einen positiven wirtschaftlichen und sozialen Effekt haben wird? Er bringt Bautätigkeit und Arbeitsplätze – die ja gerade im Oberen Sensebezirk Mangelware sind. Wo ständen wir heute, hätte man all die
fortschrittlichen Projekte der letzten Jahre totgesagt? Wollen wir wirklich wieder zu jenem ‘Dornröschen-Sensebezirk’ zurück, der jahrelang den Fortschritt hemmte?
Schwimmen können ist längst kein Luxus, sondern ein Muss. Es kann schnell einmal zu einer lebensrettenden Notwendigkeit werden. Neue Sportarten wie Aquafit,
Babyschwimmen und Kurse für Kinder bis zu Senioren, werden dieses Schwimmbad bald bevölkern.
Jedes ‘Ja’ wird nötig sein, um der Offenheit statt der Engstirnigkeit den Weg zu bahnen. Sagen wir überzeugt Ja – Ja für die ‘ganze’ Senslerbevölkerung.
Beat Bächler, Ramsera, Rechthalten
Richtplan konsequent umsetzen
Die Abstimmung über das neue Bad ist mehr als ein Entscheid über ein Sport- und Freizeitobjekt. Es ist der Härtetest für die regionale Glaubwürdigkeit. Das Projekt basiert auf der verbindlichen Strategie des regionalen Richtplans. Diesem haben alle 15 Gemeinden des Bezirks im Mehrzweckverband geschlossen zugestimmt.
Gemäss regionalem Richtplan setzt das Unterland auf den Fokus Arbeitsplätze. Durch die gezielte Schaffung strategischer Arbeitszonen entstehen Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung. Die übrigen Regionen verzichten zugunsten der Gemeinden, die an den Hauptachsen der Autobahn und Zugverbindungen liegen, auf die Einzonierung von Land in die Arbeitszone.
Im Sense-Mittelland wird das politische Verwaltungszentrum gestärkt und ein Fokus auf regionale Gesundheitseinrichtungen gelegt.
Das Oberland setzt den Fokus auf den Tourismus und die Förderung der Infrastruktur im Naherholungsgebiet. Ein Ganzjahresbad mindert wetterabhängige Risiken und sichert wichtige regionale Arbeitsplätze und touristische Wertschöpfung vor Ort.
Der Richtplan ist kein Papiertiger, sondern ein solidarisches Versprechen aller 15 Gemeinden. Wer heute ja zum Bad sagt, trägt diese gemeinsame, weitsichtige Strategie mit. Stehen wir zu unserem Wort für einen starken, geeinten Sensebezirk. Es ist ein happiges, aber auch mutiges Projekt.
Ich hoffe, dass die Mantelnutzung die finanzielle Tragbarkeit erträglicher machen wird und schon als Solidarität zu meinem geliebten Sense-Oberland werde ich Ja stimmen.
Paul Oberson, Tafers
Etwas Gutes für die Gesellschaft
Vor über zehn Jahren hat dieses Projekt begonnen. Seither wurde es immer wieder kritisch hinterfragt – und das zu Recht. Deshalb wurde das Senslerbad auch laufend überarbeitet, verbessert und weiterentwickelt. Heute liegt ein Projekt vor uns, das mehr ist als nur ein Schwimmbad: Es verbindet Sport, Freizeit, Begegnung und Mantelnutzung zu einem durchdachten Gesamtprojekt für unseren Bezirk.
Klar ist: Im Kanton fehlen Wasserflächen. Schon heute ist es schwierig, allen Schülerinnen und Schülern genügend Schwimmunterricht zu ermöglichen.
Ich bin dankbar, dass ich in meiner Schulzeit schwimmen gehen konnte, in der Primarschule in FOS Freiburg und später im Kollegium St. Michael. Doch die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass beide Bäder in Zukunft wegfallen werden. Deshalb brauchen wir jetzt eine langfristige Lösung.
Was mir als junge Person besonders wichtig ist: Bei der Diskussion über das Senslerbad dürfen wir nicht nur auf die direkten Kosten schauen. Ebenso entscheidend ist der gesellschaftliche und gesundheitliche Nutzen. Ein öffentliches Bad fördert die Gesundheit der Bevölkerung, durch Bewegung, Prävention und Erholung. Langfristig kann das sogar Gesundheitskosten senken.
Gleichzeitig entsteht ein wichtiger Treffpunkt für die Region. Ein Bad verbindet Generationen, schafft Begegnungen und stärkt den sozialen Zusammenhalt. Dieses gesellschaftliche Kapital lässt sich nicht einfach in Franken messen, ist aber wertvoll für den Sensebezirk.
Darum stimme ich am 14. Juni Ja zum Senslerbad.
Simon Rauber, Generalrat Tafers
Nicht kleinkariert entscheiden
Das geplante Schwimmbad in Plaffeien polarisiert. Das konnte man an den Informationsanlässen feststellen. Aber diese Sport- und Schwimmanlage ist nicht einfach nur ein Wasserbecken. Es wird der Ort sein, an dem Kinder zum ersten Mal mutig vom Beckenrand springen, an dem Jugendliche zusammenkommen, statt allein zu Hause zu sitzen, und an dem ältere Menschen Bewegung finden, Gesundheit bewahren und Gemeinschaft erleben.
Ja, einverstanden: Das Projekt kostet viel Geld. Das ist aber auch das einzige Argument der Gegner, das ich akzeptieren kann. Wirklich teuer ist aber eine Gesellschaft, die ihre Begegnungsorte verliert. Eine Jugend ohne Perspektiven. Kinder, die nicht schwimmen können. Menschen, die sich immer weiter voneinander entfernen. Was sagt es über unsere Prioritäten aus, wenn wir Millionen verwalten können, aber behaupten, für Gemeinschaft sei kein Geld da?
Diese Anlage ist kein Luxus. Es ist öffentliche Daseinsvorsorge. Es ist ein Versprechen, dass unser Bezirk lebendig bleibt, dass niemand ausgeschlossen wird und dass wir investieren, nicht nur in Beton, sondern in Menschen. Vergessen wir nicht, dass der Kanton das Projekt mit 6,5 Millionen Franken unterstützt. Subventionen sind da, damit sich eine Region entwickeln kann. Wenn wir das Projekt ablehnen, geht uns dieses Geld verloren, und wir bleiben am Orte stehen. Wer wagt, gewinnt, und wer bremst, verliert. Die kleinkarierte Brille wäre hier fehl am Platz. Ich werde am 14. Juni ein klares Ja in die Urne legen.
Anton Merkle, Düdingen




